Was passiert, wenn für mehrere Tage der Strom ausfällt? Wenn nach einem Unwetter Straßen überflutet sind oder wichtige Infrastruktur nicht mehr funktioniert? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich die Einsatzabteilung Burgberg der Freiwilligen Feuerwehr Giengen und die DRK-Bereitschaft Burgberg schon seit längerer Zeit. Nun wollen sie das Thema mit einem Bevölkerungsschutztag am 14. November stärker in die Öffentlichkeit tragen.
Die Idee entstand bereits vor rund einem Jahr. Viele Menschen haben mit Begriffen wie Bevölkerungsschutz oder Krisenvorsorge wenig Berührungspunkte. Das beobachtet man auch bei Feuerwehr und DRK schon länger. Die Frage, die sich die ehrenamtlichen Helfer um Feuerwehr-Kommandant Hans-Frieder Eberhardt und DRK-Bereitschaftsleiterin Anja Hillinger dabei immer wieder stellen: Wie gut sind die Bürgerinnen und Bürger auf außergewöhnliche Situationen vorbereitet und was können diese vielleicht sogar selbst dazu beitragen?
Nicht jede Hilfe sofort verfügbar
Mit dem erstmals organisierten Bevölkerungsschutztag wollen die Verantwortlichen vor allem das Bewusstsein dafür schärfen, dass bei größeren Schadenslagen nicht jede Hilfe sofort verfügbar ist. Fällt die Infrastruktur in größerem Umfang aus oder trifft ein Ereignis viele Menschen gleichzeitig, stoßen auch professionelle und ehrenamtliche Einsatzkräfte an Grenzen.
Deswegen werben staatliche Stellen seit Jahren dafür, dass Haushalte grundlegende Vorsorge treffen. Dazu gehören etwa ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser, alternative Lichtquellen oder wichtige Medikamente. Ziel ist, die Zeit zu überbrücken, bis Hilfsorganisationen und Behörden die Lage bewältigen können.
Gerade Ereignisse der vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie verletzlich moderne Gesellschaften sein können, so die Organisatoren. Genannt werden dabei immer wieder Extremwetterlagen, Hochwasserereignisse oder Störungen kritischer Infrastruktur. Etwa die länger andauernden Stromausfälle in Reutlingen oder Berlin. Auch im Raum Giengen verfolgten Feuerwehr und Hilfsorganisationen die Hochwasserlage des Jahres 2024 aufmerksam. Damals wurden unter anderem die Pegelstände der Brenz engmaschig kontrolliert. Dass Bevölkerungsschutz wieder stärker in den Fokus rückt, zeigt sich auch auf Bundes- und Landesebene.
Das Bundesministerium des Innern hat im Mai 2026 einen "Pakt für den Bevölkerungsschutz" vorgestellt. Dieser sieht unter anderem Investitionen in Ausstattung, Ausbildung und die Information der Bevölkerung vor.
Thema gewinnt an Bedeutung
Auch in Baden-Württemberg läuft derzeit eine intensive Diskussion über die Vorbereitung auf Krisenlagen. Innenminister Manuel Hagel hatte Ende Oktober einen landesweiten Heimatschutzplan angekündigt. Vorgesehen sind neue Strukturen im Bevölkerungsschutz sowie ein Heimatschutzpräsidium im Innenministerium.
Feuerwehr und DRK wollen dieses Thema nun also auch vor Ort greifbar machen und in die Gemeinden tragen. Die Verantwortlichen sehen den Bevölkerungsschutztag dabei als Möglichkeit, Wissen praxisnah zu vermitteln und Menschen ins Gespräch zu bringen.
Statt auf klassische Vorträge setzen die Organisatoren bewusst auf Mitmachangebote. Besucher sollen selbst aktiv werden und Fragen stellen. Auch Kinder und Familien werden gezielt angesprochen.
Gleichzeitig bietet der Tag Gelegenheit, die Arbeit der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen kennenzulernen. Die Verantwortlichen hoffen, damit nicht nur für das Thema Krisenvorsorge zu sensibilisieren, sondern vielleicht auch den einen oder anderen für ein eigenes Engagement zu gewinnen.
Was beim Bevölkerungsschutztag geplant ist
Die Feuerwehr und DRK-Bereitschaft Burgberg laden am Samstag, 14. November, von 14 bis 18 Uhr zum Bevölkerungsschutztag in und an der Maria-von-Linden-Halle ein. An verschiedenen Informations- und Mitmachstationen geht es um Blackout- und Krisenvorsorge, Erste Hilfe, Rauchmelder, Notruf, Feuerlöschertraining, Hochwasserschutz, Rettungsgasse und Sirenensignale. Für Kinder gibt es eigene Angebote und Mitmachaktionen, darunter eine Feuerwehr-Challenge des DRK. Beteiligt sind neben Feuerwehr und DRK weitere Organisationen aus den Bereichen Krisenintervention, Notfallhilfe und Notfallseelsorge. Der Eintritt ist frei.
Heidenheimer Zeitung vom 03.11.2026
