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Bedeutung des Katastrophenschutzes steigt

So viel Einsatz ist aller Ehren wert (vorne links): Manuel Höcky, Kai Schiller (zehn Jahre), Martin Müller (15 Jahre); dahinter (in DRK-Shirts) Hubert Schweyer (50 Jahre), Kerstin Faisst, Christof Schweyer, Horst Haberbusch (alle 25 Jahre), mit von links: OB Dieter Henle, sowie (mit Krawatte) Bereitschaftsleiter Benjamin Binder, Kreisverbandsehrenvorsitzender Dr. Bernhard Konyen und stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter Werner Höltge.

Versammlung - Die Mitglieder der DRK-Bereitschaft leisteten 2025 nahezu 10.000 Stunden Arbeit.

Bei der Hauptversammlung der DRK-Bereitschaft Giengen gab es großes Lob für Leistung und Zusammenhalt. Bereitschaftsleiter Benjamin Binder dankte den Helfenden für die Mitwirkung bei “Giengen blüht auf” und betonte die übergeordnete Zusammenarbeit mit anderen Blaulichteinheiten wie etwa der DLRG sowie bei Helfer-vor-Ort-Einsätzen mit Bolheim und Nattheim.

"Gemeinsam kann man mehr erreichen als im Alleingang", so Binder. 2026 stehen unter anderem das 150-jährige Bestehen der Feuerwehrabteilung Hohenmemmingen, der Dorffrühling in Sachsenhausen mit fünf Einsatztagen und die geplante landkreisweite Übung zum Katastrophenschutz im Herbst auf dem Programm.

2025 war die DRK-Bereitschaft Giengen unter anderem beim Neujahrsempfang, im Bergbad und bei den Kinderfesten vor Ort, bei Blutspendeterminen,Stadtlauf und Reitturnieren, bei Seniorenfeiern, Miteinanderfest und Adventsmarkt. Weitere Dienste, auch in der Region, kamen hinzu. Die große Bedeutung belegt ein Blick auf die Zahlen: Pro Helferin und Helfer fielen im Schnitt 64 Dienste mit 191 Stunden an, insgesamt kam die DRK-Bereitschaft bei Einsätzen, Ausbildung, Leistung und Übungen, zuzüglich Fremdhilfe, auf 9.554 Stunden. Die Mitgliederzahl in der Giengener Bereitschaft beträgt stabil 47.

Alle Redner hoben die steigende Bedeutung von Bevölkerungsund Katastrophenschutz hervor. Werner Höltge, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter und Rotkreuzbeauftragter, nannte als Anlass militärische Konflikte: "Wir sprechen über eine Zusammenarbeit zwischen DRK und Bundeswehr", Unwetterlagen und weitere Herausforderungen: “Wenn Menschen in Not sind, braucht es Menschen die zuständig sind, die da sind, die Ruhe ausstrahlen, die Dinge in die Hand nehmen. Das Deutsche Rote Kreuz verleiht solchen Einsätzen ein Gesicht, deswegen kommt es auf Euch in dieser Situation an.” All das gehe nur gemeinsam, jeder leiste je nach Lebensphase das, was er kann und möchte.

OB Dieter Henle verwies unter anderem auf das Zugunglück bei Riedlingen, bei dem etwa 700 haupt-und ehrenamtliche Einsatzkräfte vor Ort waren, davon mehr als 300 vom DRK und weiteren Organisationen: “Wenn ich daran denke, dann bin ich voller Bewunderung für die Strukturen, von denen wir als nicht DRKler im Alltag nichts spüren. ”Im Hinblick auf den Bevölkerungsschutz brauche es ein neues Rollenverständnis: “Etablierte Hilfeleistungsstrukturen müssen zusammenarbeiten mit Energie-und Wasserversorgung, Mobilität, Warenwirtschaft und Zivilgesellschaft. Eine breit angelegte Ausbildung der Bevölkerung ist die notwendige Reserve. Auch hier ist das DRK gefragt. Die Potenziale in der Bevölkerung und damit unsere Resilienz zu stärken, zählt zu unseren wichtigen Aufgaben. ”Zukünftige Hilfeleistungssysteme müssten auch Sozialräume einbeziehen. Aktuell stärke man die Feuerwehrhäuser in den Teilorten durch Notstromaggregate.

Dr. Bernhard Konyen, Ehrenpräsident des DRK-Kreisverbandes Heidenheim, bezeichnete Giengen als seine "Lieblings-Bereitschaft". Der Erfolg in Giengen hänge viel von der Unterstützung ab. Und mit Blick auf OB Dieter Henle: "Wenn Sie sagen, Sie arbeiten gerne mit dem Roten Kreuz zusammen, dann ist das kein Lippenbekenntnis, das ist echt." Die Bereitschaftsarbeit im vergangenen Jahr sei toll gewesen. Was ihm gut gefallen habe, seien die vielen Sanitätsdienste. Die Helfer-vor-Ort-Arbeit sei klasse. Alle zögen an einem Strang. Die Zusammenarbeit mit Herbrechtingen sei fast schon eine Einheit.

Heidenheimer Zeitung vom 27.02.2026

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