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  • November

    Bergwacht blickt auf 50 Jahre zurück

    Jubiläum - Zur Feier findet am kommenden Samstag ein Vortrag mit der Profi-Alpinistin Ines Papert statt. (HZ v. 10.11.22)

    Herbrechtingen. Die Herbrechtinger Bergwacht blickt auf 50 Jahre zurück. Im vorigen Jahr machten Infektionsschutzauflagen eine Jubiläumsveranstaltung nicht möglich. Nun findet sie im 51. Jahr des Bestehens der Bergwacht statt. Die mehrmalige Eiskletterweltmeisterin und Profi-Alpinistin Ines Papert präsentiert mit ihrem Lebens- und Seilpartner Luka Lindič ihren neuen Vortrag „Face to Face“ am Samstag, 12. November, um 19.30 Uhr in der Bibrishalle. Sie erzählen spannende Geschichten von Touren als kleines Zweierteam in den heimatlichen Bergen und dann in Alaska.

    Dass in diesem Jahr wieder praktisch geübt werden konnte, erlebten auch die Mitglieder der Bergwacht-Einsatzgruppe wie einen Neuanfang. Und es traf auf die Bindsteinhütte im Eselsburger Tal ebenfalls zu: Nach zwei Jahren Stillstand konnte wieder geöffnet werden.

    Seit die Bergwacht 1971 ins Leben gerufen wurde, hat sich viel verändert. Davon kann Alfred Eberhardt als Gründungsmitglied einiges erzählen. Im Laufe der Zeit gab es unzählige Verbesserungen in der Ausbildung und im Einsatzmaterial der Rettungskräfte. Im Gegensatz zum früheren Sanitätskurs absolvieren die Frauen und Männer der Bergwacht heute einen zehntägigen Kurs in Notfallmedizin als Voraussetzung für weitere Prüfungen.

    Gab es vor Jahren noch Stahlseile zur Felsrettung, werden heute leichte Nylon- und Dyneemaseile verwendet, die sicherer in der Handhabung, flexibler und schneller bei Rettungsmaßnahmen einsetzbar sind. Auch an die Bekleidung stellt man mittlerweile hohe Ansprüche bei der Bergwacht. Sie muss zu jeder Jahreszeit vor Witterungseinflüssen bestmöglichen Schutz bieten.

    Das Konzept der Erneuerung setzt sich bei den Fahrzeugen fort. 2021 weihte die Herbrechtinger Gruppe ihr neues UTV (Utility Terrain Vehicle) ein, ein hochgeländegängiges kleines Allradgefährt der neuesten Generation von Rettungsfahrzeugen der Bergwacht Württemberg.

    Dass hier eine finanzielle Eigenleistung bei den Anschaffungen fällig wird, gehört bei der Bergwacht zum Normalfall. Deshalb sind Einnahmen, wie z. B. von der Bindsteinhütte, für die Gruppe wichtig.

    Für den Ernstfall geübt

    Katastrophenschutz -  Im Steinbruch in Burgberg probten Einheiten aus den DRK-Bereitschaften aus Giengen und Niederstotzingen. (HZ v. 08.11.22)

    Am vergangenen Sonntagvormittag übten Einheiten aus den DRK-Bereitschaften Giengen und Niederstotzingen gemeinsam für den Ernstfall – bei nasskaltem Herbstwetter in schwierigem Gelände, nämlich dem Steinbruch bei Burgberg. Die Annahme: Zwei rivalisierende Jugendgruppen treffen aufeinander und verletzen sich gegenseitig.

    Solche Übungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Katastrophenschutzvorsorge. Sie werden in regelmäßigen Abständen abgehalten mit dem Ziel, die Hilfeleistungen sowie Maßnahmen der Katastrophenbekämpfung zu trainieren und wirksamer zu gestalten. Sie dienen ferner der Überprüfung des Ausbildungsstandes sowie der Festigung und Vervollkommnung der Handlungssicherheit der Einsatz- und Führungskräfte.

    Coronabedingt waren seit Beginn der Pandemie größere Übungslagen mit vielen Verletzten und Einsatzkräften nicht mehr möglich. Und trotz aller Schwierigkeiten war bei dieser Übung ein großes Aufgebot an ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern vor Ort.

    Die Rückmeldungen der Beobachter nach Ende der Übung war insgesamt sehr positiv. Die gezeigten Leistungen machten deutlich, dass die Helferinnen und Helfer nicht wirklich viel verlernt haben. Und trotzdem stand am Ende dieses schwierigen Einsatzszenarios auch die Erkenntnis, dass Übung bekanntlich den Meister macht. 

  • Oktober

    Neue Rettungswache in Gerstetten: Umriss schon gut zu erkennen

    Ein knapper Monat ist vergangen, seit sich Vertreter des Roten Kreuzes, von Polizei und Rathausverwaltung zum offiziellen ersten Spatenstich getroffen haben. Seither hat sich auf der Baustelle am nördlichen Ortsrand Gerstettens schon einiges getan. Die Umrisse der künftigen Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes bzw. des Polizeipostens sind schon ziemlich gut zu erkennen. Der Rohbau soll bis Weihnachten stehen. Bis zur Fertigstellung Ende des Jahres 2023 ist dann aber noch viel zu tun: Entstehen soll hier ein zweigeschossiger Flachdachbau, in dem das DRK größtenteils im Erdgeschoss unterkommen soll, die Polizei im Obergeschoss des Gebäudes. Erwartet wird, dass die Rettungskräfte von ihrem neuen Standort aus noch schneller am jeweiligen Einsatzort eintreffen werden. Kosten soll der Neubau insgesamt rund 3,5 Millionen Euro. (HZ v. 25.10.22)

    Zehn Jahre Kleiderglück

    Secondhand - Das soziale Projekt des DRK mit Kleidung aus zweiter Hand verspürt eine steigende Nachfrage. (HZ v. 20.10.22)

    „Eigene Kleiderschätze abgeben und neue entdecken“ ist der Grundgedanke des Secondhandladens „Kleiderglück“ in der Marktstraße 39. Oberbürgermeister Dieter Henle gratulierte zum 10-jährigen Bestehen und lobte das soziale Projekt des DRK-Kreisverbands Heidenheim. „Ihr Secondhandladen schont Umweltressourcen ebenso wie das persönliche Budget im Geldbeutel – hier einzukaufen, ist eine rundum gute Sache“, so der Oberbürgermeister.

    Im „Kleiderglück“ ist gut erhaltene Kleidung für Erwachsene zu finden, dazu Taschen, Schuhe und Accessoires. Besitzerinnen und Besitzer der Giengener Einhornkarte erhalten 50 Prozent Ermäßigung auf das Warensortiment.

    Waren sortieren, auszeichnen, präsentieren, verkaufen und Kunden beraten – all das wäre ohne zuverlässige Kräfte nicht möglich. Präsident Dr. Bernhard Konyen und Kreisgeschäftsführer Mathias Brodbeck bedankten sich daher per Blumenstrauß für das hohe Engagement der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verliehen Urkunden für 10-jährige Treue.

    Was auch erwähnt wurde: Da die Nachfrage nach Secondhandmode steigt, würde sich das Team über weitere Unterstützung freuen. Wer Interesse hat, kann sich einfach im Laden melden.

    Dank ging auch an die Sponsoren des „Kleidermobils“: Ihr Einsatz in Kooperation mit der Firma Brunnermobil ermöglichte es, das in die Jahre gekommene Auto zu tauschen. Die Ware ist nun weiterhin zuverlässig zwischen dem „Kleiderglück“ und der Kleiderkammer des DRK in der Schloßhaustraße 98 in Heidenheim unterwegs.

  • September

    Alle unter einem Dach

    Rettungswache - Große Freude herrschte am Dienstag über den Beginn der Bauarbeiten für das neue Domizil von DRK und Polizei in Gerstetten. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant. (HZ v. 28.09.22)

    Bereits seit Anfang des Monats sieht man, dass sich auf der Baustelle im Bereich Oster-/Heuchstetter Straße etwas tut. Jetzt sind die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen: Mit dem ersten offiziellen Spatenstich hat am Dienstagnachmittag die heiße Phase begonnen. Entstehen soll dort, am nördlichen Ortseingang Gerstettens, die neue Rettungswache des DRK samt Polizeiposten. Zu Ende gehen damit einige Jahre des Planens und Improvisierens.

    Die Freude darüber war am Dienstag allen Beteiligten anzumerken. So sprach etwa Dr. Bernhard Konyen, Präsident des DRK-Kreisverbands Heidenheim, von einem „Meilenstein in der Entwicklung der regionalen notfallmedizinischen Versorgung“ und Gerstettens Bürgermeister Roland Polaschek von einem seit zehn Jahren herbeigesehnten Tag. Hintergrund sind die gesetzlich festgelegten Hilfsfristen, innerhalb derer notfallmedizinisches Personal nach der Alarmierung am Einsatzort eintreffen soll. In Gerstetten und besonders in dessen Teilorten habe man früher ein enormes Problem gehabt, die vorgegebenen 15 Minuten (bald: zwölf Minuten) einzuhalten, erinnerte Konyen. Man habe in Gerstetten daher einen neuen Standort geschaffen – zunächst auf Probe, um herauszufinden, ob die Hilfsfristen dadurch tatsächlich besser eingehalten werden können. Letztendlich hätten „beeindruckend gute Zeiten“ die Notwendigkeit einer Rettungswache in Gerstetten bestätigt. Aus dem Probe-Standort wurde also im Januar 2015 ein fester Standort. Nur die Räumlichkeiten wollten nie so recht passen. „Es ist bis heute ein Provisorium geblieben“, lautete Konyens Urteil.

    Mit der neuen Rettungswache wird sich das ändern. In dem zweigeschossigen Flachdachgebäude in Massivbauweise soll den Rettungskräften viel Platz zur Verfügung stehen. Während die Polizei hauptsächlich im Obergeschoss unterkommt, soll sich das DRK im Erdgeschoss einrichten. Wie Bauingenieur Heribert Gall erläuterte, ist vorgesehen, dass der Rohbau bis Weihnachten steht. Ende 2023 sei dann mit der Fertigstellung des Neubaus zu rechnen. Samt Wärmepumpe, PV-Anlage und Batteriespeicher. Besondere Anforderungen sind laut Gall im Bereich des Polizeipostens gegeben, darunter Videoüberwachung sowie ein durchschusssicherer Schalterbereich.

    Auch für Dr. Stefan Horrer, Leiter des Amts für Vermögen und Bau mit Sitz in Schwäbisch Gmünd, ist der Bau des Polizeipostens Neuland. „Normalerweise mieten wir Räumlichkeiten an“, ließ Horrer wissen. In Gerstetten aber sei dies nicht gelungen und so habe das Land erstmals über seinen Schatten springen müssen. Im Ergebnis kaufe das Land nun tatsächlich eine Immobilie. „Es war die sinnvollste, beste und wirtschaftlichste Lösung“, fasste Horrer zusammen. Davon sei letztlich auch das baden-württembergische Finanzministerium überzeugt gewesen. Die Erste Landesbeamtin des Landkreises Heidenheim, Marlene Bolz, lobte in Vertretung von Landrat Peter Polta dieses Vorgehen der beiden Blaulichtorganisationen: „Synergien stärken ein gutes Miteinander.“ Gemeinsam könne man oft die besten Lösungen finden.

    Fehlt nur noch die Gerstetter Freiwillige Feuerwehr. Auch sie soll auf dem Grundstück ein neues Zuhause finden. Allerdings erst in einem zweiten Bauabschnitt, wie Bürgermeister Polaschek erläuterte. Die Politik des Landes sei manchmal nicht durchschaubar, es gebe Verzögerungen. Aber: „Wir werden bauen, das ist sicher“, bekräftigte Polaschek. „Das wird eine tolle Geschichte.“

    3,5 Millionen Euro soll der Neubau von Rettungswache und Polizeiposten kosten. Zwar habe man eine Kostensteigerung zu verkraften, so Ingenieur Heribert Gall, diese sei aber im Rahmen. Mehr als die Hälfte der Leistungen sei bereits ausgeschrieben. Auch hier sehe man, dass die eingegangenen Angebote nicht allzu sehr über dem Schätzwert liegen. Wie David Richter, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Heidenheim-Ulm, berichtete, steht eine Landesförderung von einer Million Euro in Aussicht.

    Gerstetter Rettungswache: Die Bauarbeiten haben begonnen

    Die Planungsphase ist zu Ende, jetzt geht es los: Am nördlichen Ortsrand von Gerstetten findet am kommenden Dienstag, 27. September, der erste Spatenstich für die neue Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes statt. Bereits jetzt lassen die Vorarbeiten auf der vorgesehenen Fläche gegenüber des Edeka-Markts erkennen, dass sich hier baulich etwas tut. Bürgermeister Roland Polaschek freut sich darüber: Seit mehr als zehn Jahren habe man darauf hingearbeitet. Eine neue Heimat finden soll in dem geplanten Flachdachbau auch der Gerstetter Polizeiposten. Und in einem zweiten Schritt ist auf der Fläche zudem noch der Neubau der Gerstetter Feuerwache geplant. So schnell wie möglich wolle man mit den Arbeiten beginnen, so der Bürgermeister. Aktuell fehle der Gemeinde aber noch eine Rückmeldung zur Förderung über den Ausgleichstock des Landes. (HZ v. 22.09.22)

    Fahrgäste aus Zug evakuiert

    Niederstotzingen. Ein Regionalzug musste gestern Mittag kurz vor Niederstotzingen gestoppt werden. Grund hierfür war offenbar ein technischer Defekt. Auf Nachfrage konnte die Bundespolizei zunächst nur bestätigen, dass es auf der Strecke einen technischen Defekt gegeben habe. Da es sich um keinen polizeilichen Einsatz gehandelt hat, war die Bundespolizei selbst nicht vor Ort. Ihren ersten Informationen zufolge sollen die Fahrgäste auch zeitnah aus dem Zug evakuiert worden sein. Der Zug selbst stand um 18.30 Uhr immer noch auf der Strecke. Die Fahrgäste vor Ort jedenfalls hatten bis dahin einiges mitgemacht: Der Zug sei planmäßig bereits kurz vor 13.30 Uhr in Langenau losgefahren. Erst Stunden, nachdem er dann kurz nach Asselfingen halten musste, sei er evakuiert worden. Zwischenzeitlich hatte der Niederstotzinger Bürgermeister Marcus Bremer die Stadthalle geöffnet, um den Fahrgästen, die noch immer auf den Schienenersatzverkehr warteten, Unterschlupf vor dem Regen zu bieten. Feuerwehr und DRK brachten die etwa 80 bis 100 Reisenden in die Halle. Bei der SWEG war bislang niemand dazu zu erreichen. (HZ v. 15.09.22)

    Kletterer gerettet

    Bergwacht - Am Samstag war ein 51-Jähriger zehn Meter in die Tiefe gestürzt. (HZ v. 05.09.22)

    Königsbronn. Wie die Bergwacht Heidenheim mitteilt, alarmierte die Regionalleitstelle Ostwürttemberg die Bergwachten Heidenheim und Herbrechtingen am Samstag um 13.33 Uhr. Eine Person sei am Felsen des Herrenstein bei Königsbronn während eines Kinderferienprogramms ungefähr zehn Meter in die Tiefe gestürzt und habe sich dabei schwer verletzt.
    Laut Polizei wollte ein 51-Jähriger den Jugendlichen der Ferienfreizeit zeigen, wie man sich an einer Felswand richtig abseilt. Dem Mann sei dabei offensichtlich ein Fehler unterlaufen, so dass er abstürzte.
    Da der Mann unterhalb einer Felskante lag, mussten die Rettungskräfte der Bergwachten den Verletzten mithilfe eines Flaschenzugs, einer Gebirgstrage und unter Beachtung der Eigensicherung nach oben transportieren. Von dort übernahm der Rettungsdienst den Transport des 51-Jährigen, der sich laut Polizei einen Beinbruch zuzog, ins Krankenhaus.
    Es waren acht Kräfte der Bergwachten zwei Stunden im Einsatz. Die Kinder waren beim Eintreffen der Bergwachten nicht mehr vor Ort. Bergwacht/pol/lis

     

  • August

    Wo Ernst mit Spaß bewältigt wird

    Rettungshunde - Die DRK-Staffel des Kreises Heidenheim gehört inzwischen zu den fünf größten in Baden-Württemberg. Die Arbeit mit den Vierbeinern erfordert aber auch Geduld und verlangt mitunter einiges ab. (HZ v. 29.08.2022)

    Nein! Auf die Frage, ob sie sich ein Leben ohne Hunde vorstellen kann, muss Gertrud Fucker nicht lange überlegen. Die intelligenten Vierbeiner gehören zum Leben der 55-jährigen Hürbenerin wie das tägliche Brot. Seit es im Kreis Heidenheim eine DRK- Rettungshundestaffel gibt, ist Gertrud Fucker mit dabei, leitet gemeinsam mit Bernd Weireter die Staffel mit 33 aktiven ehrenamtlichen Hundeführern. 25 Hunde sind in Ausbildung, 8 geprüft und einsatzfähig.

    Damit haben es die Rettungshunde des Deutschen Roten Kreuzes aus dem Kreis Heidenheim zu den fünf größten DRK- Staffeln im Bundesland Baden-Württemberg geschafft. Aus den bescheidenen Anfängen im Gründungsjahr 1996 ist längst eine schlagfertige Gruppe geworden. „Man kann schon sagen, dass sich das Rettungshundewesen hier fest etabliert hat“, sagt Getrud Fucker nicht ohne Stolz.

    Bis zu 20 Einsätze im Jahr

    Rund 15 bis 20 Mal im Jahr werden die Hunde zu Vermisstensuchen gerufen, meist geschieht das in Kooperation mit der BRH-Rettungshundestaffel, die als Rettungs- und Suchhundegruppe (ReSuG) ebenfalls ehrenamtlich im Einsatz ist. Als beispielsweise im Januar dieses Jahres ein Mann als vermisst gemeldet wurde, durchkämmten die Helfer mit ihren Hunden die ganze Nacht hindurch Flächen um Giengen, Hermaringen und Niederstotzingen.

    Um 6 Uhr in der Früh wurde der Einsatz zunächst erfolglos abgebrochen, ehe dann weitere Aktionen folgten. Das geht für Mensch und Tier an die Belastungsgrenze, und deshalb muss eine straffe Organisation her, die entsprechende Ruhepausen umfasst. Leider wurde die gesuchte Person später tot aus der Brenz geborgen. Doch es gab auch schon Erfolgsmeldungen: Vor zwei Jahren wurde eine vermisste Person im Heidenheimer Osterholz von einem Hund aufgespürt.

    Die meisten ausgebildeten Hunde der Heidenheimer DRK- Staffel sind Flächensuchhunde, ein paar wenige Trümmersuchhunde. Um die Vierbeiner mit ganz unterschiedlichen Szenarien und Umgebungen vertraut zu machen, wechseln die Trainingsorte ständig ab. Mal geht es auf den Pausenhof eines Schulgeländes, mal in den Wald, in eine Reithalle oder auch auf Firmengelände.

    Zweimal in der Woche wird trainiert, und der Weg zu einem ausgebildeten Suchhund ist durchaus anspruchsvoll. Im Rahmen eines Eignungstests wird erst einmal ermittelt, ob der Hund für die Rettungssuche geeignet ist. Durch den Einsatz akustischer Störfaktoren wie etwa die Geräusche von Rasenmähern oder Motorsägen und visuellen Ablenkungsmanövern lässt sich schnell herausfinden, ob der beste Freund des Menschen die Ruhe behält oder zur Panik neigt.

    Besteht er diesen Eignungstest, wird er durch zahlreiche Übungseinheiten auf die Prüfung vorbereitet. „Eine Ausbildung dauert mindestens zwei Jahre“, unterstreicht Gertrud Fucker, dass erst einmal Geduld gefragt ist. Außerdem muss die Prüfung alle zwei Jahre wiederholt werden.

    Jagd- und Hütehunde haben erfahrungsgemäß die besten Chancen, eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Grundsätzlich seien körperliche Fitness des Tieres, eine ausgeprägte Neugier, Freude an der Arbeit und eine gute Sozialisation im Verbund der Gruppe vielversprechende Voraussetzungen.

    Die Kunst bestehe darin, den Hunden irgendwie zu vermitteln, dass die Suche nach einem Menschen spannender ist als alles andere, was davon ablenken will. Der eigentliche ernsthafte Hintergrund, vermisste Personen aufzuspüren, soll dem Hund Spaß machen. Gleichzeitig sagt Gertrud Fucker aber auch: „Wir sind kein Hunde-Spaßklub!“ Ziel sei es, ein einsatzfähiges Team zu generieren. Und der Aufwand, um einen hohen Standard in der Vermisstensuche zu halten, ist durchaus groß. 2021 kam die Staffel Heidenheim auf rund 7000 Stunden, die im Übungsbetrieb oder bei Einsätzen geleistet wurden.

    Die Arbeit fordert auch viel Geduld, ist mitunter eine Herausforderung. Denn überall dort, wo Lebewesen mit unterschiedlichen Temperamenten und Charakteren aufeinandertreffen, geschieht auch Unvorhergesehenes. „Wir haben es aber noch nie erlebt, dass ein Hund im Übungsbetrieb abgehauen ist“, schränkt Gertrud Fucker ein. Doch immer wieder gibt es auch lustige Momente: ein Labrador beispielsweise, der sein abgeholtes „Bringsel“ mit einer Pfote auf dem Kopf gestenreich unterstrich.

    Spaß und ein guter Zweck

    Was der Bereitschaftsleiterin am Rettungshundewesen am meisten zusagt, ist die Kombination einer tollen Freizeitbeschäftigung mit dem vierbeinigen Kameraden, die eben nicht nur allein sportlichen Aspekten Rechnung trägt, sondern auch einem Zweck dient, der helfen kann, Menschenleben zu retten.

    Dabei gibt es durchaus auch Einsätze, die an die Grenzen der Belastbarkeit gehen. Auch im Entführungs- und Mordfall Maria Bögerl wandte sich die Polizei an die DRK-Rettungshundestaffel. Es sei ein Einsatz gewesen unter „extremen Bedingungen, in enger Zusammenarbeit mit der Polizei“, erinnert sich Gertrud Fucker. Hinzu kam eine erhöhte psychische Belastung. „Wir wussten, in diesem Fall hatten wir es mit einem Verbrechen zu tun. Und die öffentliche Aufmerksamkeit hatte eine ganz andere Dimension.“

    Unterm Strich aber sind es die freudigen Momente der Kooperation zwischen Mensch und Tier, die das zeitaufwendige Hobby bereichern. Auch sogenannte „Rentenhunde“, die zur Vermisstensuche nicht mehr eingesetzt werden können, dürfen noch mittrainieren. Gertrud Fucker selbst, die seit 40 Jahren dem DRK angehört, nennt drei Schapendoes (niederländische Hütehunde) ihr eigen. Der älteste von ihnen heißt „Räuber“, ist mit gut 13 Lenzen schon im „Rentenalter“. Sein Kollege „Knopf“ ist neun Jahre alt und ausgebildeter Flächensuchhund, der kleine „Joey“ ist mit anderthalb Jahren noch in der Ausbildung. Der zweifachen Mutter, die ursprünglich aus Gussenstadt kommt und bei der BSH in Giengen in der Teamleitung der Entwicklung beschäftigt ist, dürfte es damit auch in der Freizeit nie langweilig werden. Aber wie gesagt: Ein Leben ohne Hunde ist für sie und ihren Mann Frieder nicht vorstellbar. „Nicht einmal ein Urlaub“, ergänzt sie. Was könnte einen Menschen für die Leitung einer Rettungshundestaffel wohl besser qualifizieren?

     

    Hunde und ihr ausgeprägter Geruchssinn

    Was Hunde zur Personensuche besonders qualifiziert, ist ihre Nase. Ein Hund riecht im Durchschnitt mindestens 44mal besser als ein Mensch und verfügt darüber hinaus über ein Geruchsgedächtnis, das heißt, er kann sich an Gerüche erinnern.

    Ein Phänomen ist auch, dass Hunde die Wahrnehmungen, die sie über den rechten oder linken Nasenflügel aufnehmen, differenzieren können. Das heißt, sie riechen sozusagen stereo.

    Die Fähigkeit, Gerüche zu differenzieren, gepaart mit der Leidenschaft, mit Menschen partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, machen Hunde für die Personensuche so wertvoll, betont folgerichtig auch Gertrud Fucker.

    Hundestaffel zu Besuch

    Die Rettungshundestaffel des DRK war zu Besuch im Paul-Gerhardt-Stift. Den Bewohnern wurde an verschiedenen Beispielen geschildert und gezeigt, wie die Hunde geschult werden. Alle Beteiligten durften die Hunde streicheln und Leckerlis verteilen. Neben dem Geschehen im Speisesaal waren drei der Hunde im Haus unterwegs und besuchten einige Bewohner im Zimmer. Auch hier konnten die Tiere ein Lächeln hervorrufen. (HZ v. 25.08.22)

    Praxis durch nichts zu ersetzen

    Bergwacht - Herbrechtinger Einsatzkräfte stellen fehlende Routine wegen Corona fest. 2000 Stunden wurden geleistet. (HZ v. 15.08.22)

    Hermaringer Schüler spenden Schulranzen

    Die Ausstattung für die Einschulung kann für Familien mit kleinem Budget sehr kostenintensiv sein.

    Die Schüler der vierten Klasse an der Rudolf-Magenau-Grundschule in Hermaringen hatten deshalb die nachahmenswerte Idee, gut erhaltene Schulranzen für andere Kinder zu spenden. Nele Grundler und Laura Brezger haben in Vertretung ihrer Klasse mit Elternvertreterin Miriam Grundler die Schultaschen in die Heidenheimer DRK-Kleiderkammer gebracht, wo sie von Kreisgeschäftsführer Mathias Brodbeck und der Koordinatorin der soziale Projekte Angela Zell in Empfang genommen wurden.

    Wegen der hohen Inzidenzen bittet das DRK, für Besuche in der Kleiderkammer einen Termin zu vereinbaren. Tel. 07321 358327. (HZ 03.08.2022)

  • Juli

    Bürgermeister Roland Polaschek erhält die Dankesmedaille der Präsidentin des DRK Landesverbands Baden-Württemberg

    Über 21 Jahre war Bürgermeister Roland Polaschek aus Gerstetten als Ortsvereinsvorsitzender des Gerstetter DRKs in verantwortlicher Position. Und er hat seine Aufgabe sehr gut gemacht und dem DRK Ortsverein in vielfälliger Weise geholfen und seine Unterstützung zukommen lassen.

    In einer kleinen Ehrungsfeier im Gerstetter Rathaus erhielt Polaschek für seine Leistung vor kurzem eine seltene und ganz besondere Ehrung. In Vertretung der Präsidentin Barbara Bosch des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg kam eigens Landesgeschäftsführer Marc Groß nach Gerstetten, um stellvertretend für die Präsidentin deren Grüße und Dank für das außergewöhnliche Engagement von Roland Polaschek zu überbringen. Anwesend waren zu diesem besonderen Anlass auch der Präsident des DRK-Kreisverbands Heidenheim, Dr. Bernhard Konyen sowie DRK-Kreisgeschäftsführer Mathias Brodbeck. Stellvertretend für den DRK-Ortsverband waren der neue Ortvereinsvorsitzende Georg Jäger sowie Bereitschaftsleiterin Margit Rehm gekommen.

    Marc Groß würdigte Roland Polaschek für seine über 20 Jahre währende Tätigkeit und die damit verbundene Verantwortung. „Es ist nicht einfach, Menschen dafür zu begeistern, über viele Jahre beim Deutschen Roten Kreuz zu bleiben und in einer Führungsrolle Verantwortung zu übernehmen.“

    Groß fügte an, dass auch oder gerade die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, wie wichtig der Zusammenhalt in unserem DRK vor allem vor Ort ist. Was das Deutsche Rote Kreuz ausmacht sei, „dass wir im Lokalen vernetzt sind, dass man sich auf uns verlassen kann und dass wir bescheiden sind. Dass wir versuchen, durch unsere tägliche Arbeit zu überzeugen.“

    Der Landesgeschäftsführer ging in seiner Laudatio auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort ein. „Häufig funktioniert es da, wo Menschen sich auf Augenhöhe begegnen, wo man sich nicht zu ernst nimmt, wo man bescheiden ist.“

    „Wenn Sie heute auf die vergangenen 21 Jahre zurückblicken, dann können Sie sich auch mal auf die Schultern klopfen. Das war solide Arbeit. Ich finde es schön, dass Sie einer der ersten sind, der diese Ehrung bekommt, die Dankesmedaille der Präsidentin des DRK Landesverbandes. Die ist neu geschaffen worden, um genau solche Leistungen zu würdigen.“

    Barbara Bosch wurde im letzten Jahr zur ehrenamtlichen Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung ins Landeskabinett berufen. Ihr sei es eine Herzensangelegenheit, wenn DRK-Arbeit vor Ort pragmatisch geleistet und dann eine ganze Region davon begeistert wird.

    Polaschek habe das Image des DRKs gestärkt, man spüre das am Ende an der lokalen Begebenheit und an den Menschen, die für das Deutsche Rote Kreuz tätig sind. Wo Menschen über Jahre hinweg das DRK nach vorne gebracht haben.

    Marc Groß überreichte Bürgermeister Polaschek, stellvertretend für die Präsidentin Bosch des DRK Landesverbands Baden-Württemberg, die Dankesmedaille der Präsidentin und hatte auch noch einen kleinen DRK-Retter (von Playmobil) als Geschenk dabei.

    Quelle: DRK

     

  • Juni

    Rettungswagen für die Ukraine

    Spende - Zwei Amerikaner haben dem DRK ein Fahrzeug abgekauft und der Heidenheimer Hilfsaktion übergeben. Die bringt es jetzt gemeinsam mit den Spendern an die ukrainische Grenze. (HZ v. 30.06.22)

    Mehr Operationen, weniger Konserven

    Blutspenden - Die Auswirkungen von Corona und Ukraine-Krieg sind auch im Kreis Heidenheim immer deutlicher zu spüren. Vor allem die Zahl der Erstspender ist gesunken. (HZ v. 28.06.22)

    Mit dem Roten Kreuz fest verbunden

    Ehrungen - Erstmals wurde die Ehrenmedaille des Kreisverbands in Gold übergeben. Sie ging an Udo Lindlein. (HZ vom 08.06.2022)

    Ein Hund soll helfen

    Sammelaktion - Steinheims DRK engagiert sich für den achtjährigen Lenox. (HZ v. 03.06.2022)

  • Mai

    "Zukunftsweisende Entscheidung"

    Karl-Kaipf-Heim - Damit die DRK-Heidenheim-Pflegedienste auch in Zukunft einen Pflegebetrieb in der Mühlstraße anbieten können, muss das Gebäude zeitnah abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Wie sehen die Pläne aus? (HZ v. 28.05.2022)

    DRK immer stärker gefordert

    Ersthelfer - Die Rot-Kreuz-Einsätze haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. Trotz erschwerender Pandemie-Bedingungen meisterte der Kreisverband aber alle Aufgaben mit Bravour. (HZ v. 27.05.2022)

    Zwölf neue Sanitäter können im Notfall helfen

    (HZ v. 16.05.2022)

  • April

    In der Schwage: Erstes Gebäude des neuen DRK-Pflegeheims steht bereits

    HZ vom 28.04.2022

    Heidenheimer Volksbank hilft die Folgen der Flutkatastrophe zu mildern

    Wochen Zeitung vom 23.04.2022

    Neue Leitung beim Dischinger DRK

    Wechsel. Als neuer Bereitschaftsleiter folgt Marco Täubel auf den aus dem Amt scheidenden Helmut Grund. (HZ 19.04.22)

    Kreissparkasse Heidenheim leistet Vor-Ort-Hilfe in der Ukraine

    In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Heidenheim unterstützt die Kreissparkasse Heidenheim die Verletzten aus dem Ukraine-Krieg mit Verbandsmaterial im Wert von 5.000 Euro. (WZ 16.04.2022)

    Saisonstart verschoben

    DRK Bergwacht. Die Bindsteinhütte wird erst an Karfreitag eröffnet. (HZ v. 12.04.22)

    Start in die Hüttensaison

    Bindsteinhütte. Ab kommendem Sonntag sollen Fußgänger und Radfahrer im Eselsburger Tal wieder Rast am Bindsteinfelsen machen können. Nach zwei Jahren Corona-Pause ist es der Bergwacht wieder möglich zu bewirten. (HZ v. 08.04.22)

    Hilfsgüter für die Ukraine

    Das DRK Gerstetten startet eine Spendenaktion. (HZ v. 07.04.22)

    In letzter Sekunde

    DRK und Feuerwehr

    Ein Mann kollabiert, ein Poller versperrt dem Notarzt den Weg zum Einsatzort. Kein Einzelfall im Landkreis Heidenheim. Mit welchen Problemen haben Rettungskräfte sonst noch zu kämpfen? (HZ v. 02.04.22).

  • März

    7023 Einsatzstunden geleistet

    Die Rotkreuz-Bereitschaft Giengen blickt aufs Pandemiejahr 2021 und dessen Herausforderungen zurück (HZ v. 08.03.22).

    Neue Rettungswache für Gerstetten

    Direkt gegenüber des Edeka-Markts am Gerstetter Ortseingang wird in einem ersten Schritt ein Neubau fürs Rote Kreuz entstehen. Zukünftig sollen auch Polizei und Feuerwehr auf dem Areal unterkommen (HZ v. 02.03.22).

  • Februar

    Steinheimer DRK braucht neue Bleibe

    Die Bereitschaft benötigt spätestens im Sommer neue Schulungs- und Lagerräume (HZ v. 11.02.22).